
Der Gärtner ihrer Seele bereitete sie darauf vor, den Garten seiner Gegenwart zu empfangen – eine Gegenwart, die in ihr ein neues Leben wachsen lässt, das der Schmetterling der besessenen Liebe ihr niemals hätte schenken können.
Jahrelang habe ich einem Schmetterling hinterhergejagt. Ich glaubte, darin liege mein Leben, mein Sinn und meine Freude. Ich dachte, wenn es mir gelänge, ihn zu fangen, würde mein Herz nicht mehr das Gefühl der Unvollständigkeit empfinden.
Dieser Schmetterling nahm verschiedene Namen und Gesichter an. Zunächst war es das Gesicht eines alkoholkranken Vaters. Später waren es Männer, die mir die Liebe zu versprechen schienen, nach der sich meine Seele verzehrte. Ohne es zu merken, wurde für mich die Liebe zu einer verzweifelten Suche.
Ich kam zu der Überzeugung, wenn ich alles von mir geben würde – einschließlich meiner Lüsternheit – würde ich im Gegenzug die Liebe erhalten, nach der ich mich so sehr sehnte. Wenn sich dieser Schmetterling mir näherte oder mich ansah, verspürte ich eine Art Euphorie; wenn er sich entfernte, empfand ich Traurigkeit und Leere. Ich lebte in einem Wechselbad von Illusionen und Verzweiflung. Und während ich diesem Schmetterling hinterherlief, verlor ich mich selbst. Doch kein Schmetterling kann in Gefangenschaft leben. Und kein Herz kann Frieden finden in der ständigen Jagd.
Dann kam AS und empfing mich mit einem Versprechen, das sich im Laufe der Zeit erfüllt hat: „Wir werden eine neue Freiheit und ein neues Glück kennenlernen.“ Zunächst waren diese Worte nur Hoffnung. Heute beginnen sie, zu einem Zeugnis zu werden.
Meine Höhere Macht, die ich nun den Gärtner nenne, begann mir zu zeigen, dass Glück nicht aus Besitzen entsteht, sondern aus Vertrauen. Es ist kein Feuer, das verzehrt, sondern ein Licht, das begleitet.
Mir wurde klar, dass ich in anderen Menschen etwas gesucht hatte, das mir nur meine Höhere Macht geben konnte. Ich wollte, dass Menschen eine Leere füllten, die nur Gott füllen konnte.
Nach und nach lehrte mich der Gärtner, zu verweilen. Still und ruhig zu bleiben. Zu lauschen. Zu erkennen, dass ich bereits geliebt wurde, auch wenn mich niemand auswählte.
Ich entdeckte ein ruhiges Glück: das Glück, das ich empfinde, wenn ich mit meinen Hunden in der Sonne spazieren gehe, wenn ich in einem Pilates-Kurs bewusst atme, wenn ich ein Tennismatch spiele, ohne unbedingt gewinnen zu wollen, und wenn ich einen Trockenheitsgeburtstag meiner AS-Freunde feiere. Mein Glück hängt nicht davon ab, dass ich von jemandem auserwählt werde, sondern davon, dass ich weiß, dass ich von meiner Höheren Macht geliebt werde.
Diese Höhere Macht war immer mit mir, auch wenn ich, aufgrund meiner Sucht, ihre Gaben für einen winzigen Hauch romantischer Illusionen aufgab. Ich gab Hobbys, Träume und meinen inneren Frieden auf, nur weil ich Angst hatte, allein gelassen zu werden.
Kapitulieren und die Arbeit in den Schritten verändern den Rhythmus meiner Seele. Als ich aufhörte, diesem Schmetterling hinterherzujagen, begann der Gärtner, meinen Boden zu bearbeiten. Und das Umgraben tut weh: Es konfrontiert, es entblößt, es reinigt. Aber es ist die Vorbereitung für neue und wunderbare Früchte.
Die Nüchternheit ist zu einem fruchtbaren Boden geworden, auf dem Früchte wachsen, die ich mir nie hätte vorstellen können: die Disziplin, meinen Masterabschluss zu machen (der von dem ich als Kind immer geträumt habe), Dankbarkeit für alles – sogar für mein Single-Dasein – und die Freude am Reisen, das ich nun bewusst und mit ganzer Aufmerksamkeit genieße.
Früher war mein Inneres wie ein ausgedörrtes Feld, auf dem ich jenem Schmetterling hinterherlief, den ich Liebe nannte. Heute verstehe ich, dass das wahre Wunder nicht darin bestand, dass der Schmetterling zurückkehrte, sondern dass mein Herz und mein Bewusstsein sich zu verändern begannen.
Der Gärtner, meine Höhere Macht, erweckte unter Mithilfe von AS meinen inneren Garten zum Leben – Flüsse der Gelassenheit, Berge der Hoffnung und Bäume fester Grenzen; und obwohl das Gelände manchmal schwer zu begehen ist, finde ich immer Blumen der Freude. Liebe wird nicht erobert: Sie wird gepflegt, und nur so beginnt eine positive Nüchternheit zu erblühen.
Jetzt weiß ich, dass ich nicht allein bin; ich habe AS, und vor allem bin ich in der Obhut des Gärtners, der sein Werk nicht im Stich lässt – meiner Höheren Macht.
Sollte der Schmetterling eines Tages zurückkehren, wird er mit Nüchternheit und als ein weiteres Geschenk unter vielen empfangen werden, nicht als etwas Unverzichtbares. Und sollte er niemals zurückkehren, wird mein Garten weiterhin vom Meistergärtner gepflegt und gehegt werden, von der Wahren Liebe … Gott … der für mich tut, was ich selbst nicht tun konnte.
Viviana S., Kolumbien



