Simply let God give of His abundance

Simply Let God Give of His Abundance

Soeben habe ich eine Lektion in Sachen Kapitulation gelernt wo ich es am wenigsten erwartet hätte – bei der Sponsorschaft. Ich dachte, dass ich, wenn ich nach den Grundsätzen der 12 Schritte und Traditionen arbeitete, vor meinen Charakterfehlern sicher sei. In Meetings hatte ich monatelang gesagt, dass meine Beziehung zu Sponsoren und Sponsees das Vorbild für alle meine Beziehungen ist. Ich glaube immer noch, dass das stimmt, aber nicht so, wie ich es erwartet hatte. 

In den letzten Monaten habe ich vier Sponsees verloren. Zwei haben andere Sponsoren gefunden, und zwei habe ich gefeuert. Ich hatte zuvor beschlossen, keine Sponsees zu feuern, weil mein SA-Sponsor das nicht tut. Meine Höhere Macht führt mich jedoch an Orte, die ich nicht erwartet habe, um derjenige zu werden, der ich aus eigener Kraft nicht werden kann.

Die beiden Sponsees, die mich verließen, wollten mehr meiner Zeit; wir trafen uns einmal in der Woche, und ich antwortete mehrmals täglich pro Sponsee auf fünf Minuten lange Sprachnachrichten mit "Kapitulationen". Es war mir manchmal zu viel, aber ich habe mich durchgekämpft und jeden Punkt in jeder dieser langen Sprachnachrichten beantwortet. Jedes Mal grub ich tief in meiner eigenen Erfahrung, Kraft und Hoffnung. Die beiden Sponsees, die ich gefeuert habe, hatten auch etwas gemeinsam. Sie nahmen beide nur zögerlich Vorschläge an und hatten viele eigene Ideen. Beide weigerten sie sich, die Schritte 6 und 7 zu machen, nachdem ich ihnen geduldig bei ihrem vierten Schritt zugehört hatte. Ein Sponsee konnte das "spirituelle Axiom" auf Seite 90 der 12 und 12 nicht akzeptieren, das besagt, dass jedes Mal, wenn wir irritiert sind, egal was die Ursache ist, mit uns etwas nicht stimmt. Er bestand darauf, dass es in Ordnung sei, wütend und ängstlich wegen seiner Stiefmutter zu sein, und deshalb Teile seines vierten Schritts zu revidieren. Schlimmer noch, er weigerte sich rundheraus den sechsten Schritt zu tun. 

Ein anderer Sponsee wechselte während seines Vierten Schrittes zu mir, den er allerdings nicht nach den Vorgaben des Blauen Buchs geschrieben hatte. Der Fünfte Schritt nahm dann dann 20 Stunden in Anspruch. Dafür blieb ich einige Male länger an meinem Arbeitsplatz, obwohl ich müde war, damit wir einen Ort hatten, wo wir ungestört waren. Dieser Sponsee bestand auch darauf, unser Tempo zu bestimmen. Außerdem musste ich den Sponsee bitten, nicht zu jedem Groll und jeder Angst lange Geschichten zu erzählen. Es war ein Kampf, und wir mussten über jeden einzelnen Punkt beten, da der Sponsee sein Verhalten rechtfertigte und anscheinend lieber an seinem Groll und seiner Angst festhalten wollte, als nach seinen Fehlern zu suchen. Ich habe mich durchgekämpft. Trotzdem war es definitiv nicht wie im Blauen Buch. Als wir dann endlich beim Sechsten Schritt ankamen, weigerte sich der Sponsee, eine Liste von Charakterfehlern zu erstellen oder Schritt 6 im 12&12 zu lesen, weil "das nicht im Blauen Buch steht." Ich lese das Blaue Buch und bin seit 1991 trocken. Ich habe festgestellt, dass es viele Methoden gibt mit dem Blauen Buch zu arbeiten, also bin ich flexibel, solange die Essenz des Schritts umgesetzt wird. Ich habe die Beziehung beendet, weil ich nicht weiß, wie ich sponsern soll, wenn schon grundlegende Empfehlungen ignoriert werden. 

Nach dem Ende dieser vier Sponsoren-Beziehungen fühlte ich mich niedergeschlagen und unzulänglich. Ich weiß, dass es nichts Persönliches ist, aber ich habe es persönlich genommen, also musste ich die Schritte 4-9 zu diesem Thema arbeiten. Ich bin in drei Programmen, und zwei meiner Sponsoren haben mich angeleitet (Gott segne sie!). Während der Arbeit an den Schritten hatte ich immer wieder das Gefühl, dass ich etwas falsch gemacht hatte, aber ich konnte nicht herausfinden, was, da ich doch so "großzügig" gewesen war.  Es stellte sich heraus, dass ich von mir selbst gegeben hatte, anstatt aus Gottes Fülle zu geben. Wenn ich zu müde war, hätte ich eine Grenze ziehen sollen. Wenn Sponsees nicht auf Vorschläge eingingen, wie z. B. einen Erneuerungspartner zu finden oder 90 Meetings in 90 Tagen zu besuchen, hätte ich die Zusammenarbeit mit ihnen überdenken sollen. Wenn Sponsees jeden Zweifel bei mir abladen wollten, hätte ich ihnen beibringen sollen, sich mehr auf Gott zu verlassen, anstatt auf Mike. Beide Sponsoren, die mir bei diesem Problem geholfen haben, lehrten mich, dass es meine Aufgabe als Sponsor ist, dem Sponsee zu helfen, seine Lösungen in einer Höheren Macht zu finden, nicht in mir. Bill W. schreibt darüber sehr deutlich in AA 98: Wenn wir dem Alkoholiker unseren Dienst auf einem Silbertablett reichen, beginnt er, sich auf unsere Hilfe zu verlassen, anstatt auf Gott. Im selben Absatz schreibt Bill, dass es richtig ist, zu geben, aber dass wir wissen müssen, "wann und wie". Sowohl mein SA-Sponsor als auch ich glauben, dass Bill hier über Co-Abhängigkeit schreibt, bevor es ein Wort dafür gab. 

Was mich zu meinen beiden Sponsorlinien hingezogen hat, ist, dass meine Sponsoren und deren Sponsoren gern geben: Sie sind freigebig, großherzig und bereit zu dienen. Ich dachte, ich würde dasselbe tun, aber es war zu viel eigene Anstrengung im Spiel. Für die Erste-Schritt-Meetings meiner SA-Sponsees rief ich alle Oldtimer an, die ich kannte, und bat sie teilzunehmen, damit meine Sponsees eine gute Erfahrung machen konnten, nur um dann festzustellen, dass die Sponsees abdrifteten, bevor sie mit dem vierten Schritt begannen. Im Nachhinein scheint mir ich habe diese erfahrenen Mitglieder etwas über die Maßen beansprucht indem ich sie um diesen Gefallen bat. 

Ein paar Tage, nachdem ich mich mit meinen Gefühlen im vierten Schritt auseinandergesetzt hatte, hatte ich eine Begegnung, die mir zeigte, wie verurteilend ich in spirituellen Dingen bin. Spiritualität ist seit langem ein Interesse von mir. Ich fragte meinen Erneuerungspartner, ob er mich verurteilend fände. Er erinnerte mich daran, dass ich manchmal "hilfreiche" Ratschläge gebe, wo sie nicht willkommen sind. Auch hier helfen mir meine Sponsees, obwohl sie nicht mehr meine Sponsees sind.

So habe ich durch Gebet und Schrittearbeit gelernt, dass ich nicht von meinem persönlichen Vorrat geben, sondern einfach Gott von seinem Überfluss geben lassen sollte. Ich sollte auch nicht darüber phantasieren, wie großartig es sein wird, wenn mein Sponsee und ich zur gleichen großen Sponsorlinie gehören. Ich verzichte auf mein Recht, der beste Sponsor sein zu wollen. Ich will einfach zur Verfügung stehen und so dienen, wie ich durch meine Meditation Weisung erhalte.

Mike M., Taipei, Taiwan

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