
Das Aufdecken von Mythen im Dienst hilft ihr zu erkennen, was wahr ist.
Meine Sponsorinnen haben mir beigebracht, dass Dienst für meine Genesung unerlässlich ist und dass ich die Schritte ohne ihn nicht vollständig arbeiten kann. Die Zusammenarbeit im Dienst gibt mir die seltene Gelegenheit, mein Programm in die Tat umzusetzen. Bei der Genesung geht es um die Heilung von Beziehungen, und das geschieht in den kleinen, alltäglichen Interaktionen. Genesung liegt im Kleinen.
Ich würde gerne sagen, dass ich mich freiwillig für den Dienst gemeldet habe, aber es war eher so, als ob ich hineingeschubst wurde – zuerst als stellvertretende Generaldelegierte und jetzt als Delegierte. Außerdem engagiere ich mich im Literatur- und im Öffentlichkeitskomitee.
Ein weiterer wesentlicher Dienst bestand darin, eine AS-Schwester zu unterstützen, die in einer AS-Dienstfunktion mit extremen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Ihr zufolge habe ich einen unschätzbaren Dienst geleistet, indem ich sie durch diese sehr schwierige Zeit begleitet habe. Wir alle – Männer und Frauen – müssen uns der Herausforderung stellen, schwierige Gespräche zu führen, hoffentlich mit jemandem an unserer Seite. Die Schwierigkeiten meiner Freundin waren zum Teil auf das Unbehagen zurückzuführen, das entstand, als sie Probleme in AS ansprach, die auf Missverständnissen und falschen Vorstellungen – Mythen – beruhten.
Viele dieser Mythen sind in AS weit verbreitet. Hier sind einige Beispiele.
Mythos: Es ist akzeptabel, wenn Männer Frauen gegenüber „ihre Meinung sagen“, und zwar in der gleichen Weise, wie Männer in Konflikten oft mit Männern sprechen – in aggressivem Ton oder mit respektlosen Worten.
- Wahrheit: Menschen, insbesondere Frauen, kommen oft nach Jahren des verbalen Missbrauchs, des Gaslightings, der Manipulation anderer und des Manipuliert-Werdens zu AS, was zu einem geringen Selbstwertgefühl führt. Sie sind emotional vielleicht labil und können aggressive Interaktionen nicht ertragen, sodass sie die Gemeinschaft wieder verlassen.
- Wahrheit: Andere wiederum tolerieren diese Art der Kommunikation nicht und gehen deshalb.
Mythos: Wenn sich eine Frau in einem Meeting, das nur aus Männern besteht, unwohl fühlt, sollte sie sich eine andere „S“-Gemeinschaft suchen, in der es mehr Frauen gibt.
- Wahrheit: In ihrer Region gibt es möglicherweise keine anderen „S“-Gemeinschaften.
- Wahrheit: AS ist eine Gemeinschaft von Männern UND Frauen. Wir bieten eine Lösung mit einer klaren, strukturierten Definition von Nüchternheit an, die viele von uns brauchen, um nüchtern zu werden und zu bleiben.
- Wahrheit: Was gebraucht wird, sind eine willkommene Atmosphäre, Unterstützung und Hilfsmittel. In unserer Verantwortungserklärung heißt es: „Ich bin verantwortlich. Wann immer irgendwo irgendjemand die Hand bittet um Hilfe, will ich, dass die Hand von AS immer da ist. Und dafür bin ich verantwortlich.“
Mythos: Dass sich eine Frau in einem Meeting mit überwiegend Männern wohl fühlt, ist eine Sache, die die Frau selbst lösen muss, indem sie für sich selbst sorgt.
- Wahrheit: Wir alle teilen die Verantwortung, einen sicheren Ort zu schaffen, an dem wir zusammenarbeiten können. Frauen allein können kein System reparieren, an dem Männer und Frauen beteiligt sind.
Mythos: Männer und Frauen brauchen getrennte Meetings, in denen sie explizit teilen können.
- Wahrheit: Wenn man den Wetteifer bedenkt, die viele von uns haben – besteht da nicht das Risiko, mit detaillierten Schilderungen des Suchtverhaltens („Drunkalogs“) zu wetteifern? Um dies zu vermeiden, erlauben viele Sponsoren ihren Sponsees, sich im Vier-Augen-Gespräch explizit auszutauschen.
Mythos: AS hat bereits Hilfsmittel und Infomaterial für Frauen.
- Wahrheit: Die meiste aktuelle Literatur wurde von Männern geschrieben. Wir brauchen die weibliche Perspektive. Einige Materialien vermitteln widersprüchliche Botschaften. Wir brauchen qualitativ bessere Hilfsmittel.
Mythos: Es ist in Ordnung, wenn Männer ohne die Beteiligung von Frauen Entscheidungen darüber treffen, was Frauen brauchen.
- Wahrheit: Frauen haben einzigartige Bedürfnisse und Erfahrungen. Sie verdienen es, in den Entscheidungsprozess für alle Mitglieder bei AS einbezogen zu werden.
Mythos: Eine „Willkommensmappe für Frauen“ (verlinkt auf sa.org) grenzt Frauen aus und führt zur Isolation.
- Wahrheit: Wenn es solche Hilfsmittel nicht gibt, isoliert das die Frauen von der Genesung und voneinander.
- Wahrheit: Eine Willkommensmappe für Frauen unterstützt die noch leidende Frau beim Einstieg in die Genesung.
Mythos: Die Angst von Frauen, ein Meeting voller Männer zu besuchen, ist unbegründet.
- Wahrheit: Frauen wurden nach Meetings verfolgt („Stalking“), es wurde mit ihnen geflirtet, sie wurden angemacht, belästigt und sogar in einem Meeting tätlich angegriffen.
- Wahrheit: Vertrauenswürdige Mitglieder können sicherstellen, dass sie vor Ort sind, um die Meetings offen zu halten, Informationen bereitzustellen und für die Sicherheit aller zu sorgen.
Mit Aufmerksamkeit für diese Themen und der Führung durch eine Höhere Macht können wir uns selbst und unsere Meetings besser darauf vorbereiten, die AS-Botschaft der Genesung weiterzutragen.
Abschließend möchte ich Nathalie V. von Seite drei des ESSAY-Magazins vom Juni 2024 zitieren:
„Wir brauchen einander, um in der Genesung effektiv zu wachsen – nicht gegeneinander, sondern miteinander. Wir praktizieren in AS gesunde Beziehungen zum anderen Geschlecht, und das hilft uns auch außerhalb des Programms.“
Lassen wir uns Werkzeuge an die Hand geben, um die Botschaft effektiv weiterzutragen, indem wir uns um die „kleinen Dinge“ kümmern – indem wir unsere Beziehungen verbessern und unsere Fähigkeiten im gemeinsamen Dienst anwenden.
Susie B., Idaho, USA



