
Der Empfehlung in der Literatur zu folgen, bei Bedarf Hilfe von außen anzunehmen, führte zu einem tieferen dritten Schritt, der sie Gott näher brachte.
Um darüber zu schreiben, mein Leben Gott zu übergeben, möchte ich eine der weniger oft zitierten Stellen aus dem Blauen Buch aufgreifen: „Wenn wir zu einer Religionsgemeinschaft gehören, die eine festgelegte Morgenandacht kennt, nehmen wir auch daran teil.“ (AA BB 101)
Ich kam zu AS, quasi als Flüchtling aus einer sehr strengen religiösen Tradition, die mir Gott als streng urteilenden Richter dargestellt hatte, der Menschen schon für den kleinsten Fehler verurteilte – insbesondere für Sexsucht. Das ist keine Kritik an einer bestimmten religiösen Tradition; ich habe Freunde und Sponsees aus vielen verschiedenen Glaubensrichtungen, und gerade AS gibt sicher KEINE Stellungnahme zu irgendeiner davon ab. Aber ich komme aus einem spirituell schädlichen Umfeld.
Aber konnte ich meinen Willen und mein Leben einem solchen Gott anvertrauen? Ich begann bei Schritt Null und arbeitete mich vorwärts. Beim zweiten Schritt habe ich die Aufgaben in „Step Into Action“ gemacht. Beim Schreiben der letzten Spalte habe ich Gott so erfahren, wie ich ihn jetzt verstehe – einen Gott, der mich gern hat und mich liebt, der möchte, dass ich glücklich bin, und der meine Familie liebt. Beim Schreiben dieser Spalte sind bei mir die Tränen in Strömen geflossen. Heute habe ich eine Glaubenstradition gefunden, die mit diesem Verständnis im Einklang steht.
Ich hatte erhebliche Schlafprobleme. Letzte Nacht habe ich endlich die starke Schlaftablette genommen, die ich bisher nur schwer akzeptieren konnte. Ich bin zu einer vernünftigen Zeit ins Bett gegangen, habe die ganze Nacht ruhig geschlafen und bin früh am nächsten Morgen ganz natürlich aufgewacht.
Ich habe meinen ganzen morgen Gott gewidmet. Ich hätte es fast bis zu meinem Gottesdienstort geschafft. Aber ich konnte nur Meditationen und Gedanken kreisen lassen. Nicht mit meinem Verstand, der schon seit den 1980er Jahren dabei ist, als ich meiner ersten Gemeinschaft beitrat, sondern durch mein zutiefst bewegtes Herz und meine Seele. Ich vermute, das ist es, was man ein spirituelles Erwachen nennt.
Ich habe einige meiner Termine umorganisiert, um mich – wie mir ärztlich empfohlen wurde unter Zuhilfenahme eines medizinischen Tagebuchs – der Regulierung meiner Emotionen zu widmen. Wie es im Blauen Buch empfohlen wird, habe ich meine gesundheitlichen Probleme mit Fachleuten besprochen, damit mein Wille seiner höchsten Bestimmung gerecht werden kann – nämlich meinen Willen in Einklang mit Gottes Willen für mich zu bringen.
Mir ist durchaus bewusst, dass der dritte Schritt – wie im Thema beschrieben, nämlich mein Leben Gott zu übergeben – lediglich eine Entscheidung ist. Diese Entscheidung habe ich vor einigen Jahren getroffen, nachdem ich die Tabelle zum zweiten Schritt durchgearbeitet hatte. Die letzten beiden Tage haben diese Entscheidung so sehr vertieft, wie es mein eigener Wille allein in 50 Jahren niemals hätte erreichen können.
Zurück zu Seite 101: Ich habe mich erneut der „festgelegten Morgenandacht“, den Gebeten meiner persönlichen Glaubenstradition und dem elften Schritt im Allgemeinen verpflichtet: basierend auf der Literatur, den gemeinsamen Erfahrungen der Menschen, mit denen ich darüber gesprochen habe, den Workshops, an denen ich teilgenommen habe, und der Schrittearbeit, die ich in drei verschiedenen Wochenend-Workshops zu den Schritten gemacht habe. Ich arbeite derzeit mit meiner Sponsorin im neunten Schritt, sie ist sehr zufrieden mit der Arbeit, die ich in den letzten drei Jahren in den Schritten zehn, elf und zwölf nach besten Möglichkeiten geleistet habe.
Ich weiß nicht, wohin mich das Führen wird. Ich weiß nur, dass es sich realer anfühlt als alles, was ich bisher in meiner Genesung erlebt habe. Es heißt oft: Wenn es sich beschreiben lässt, ist es nicht Gott. Es lässt sich mit Worten kaum beschreiben, und meine einzige mögliche Reaktion darauf ist demütige Dankbarkeit und das Weitergeben dieser Botschaft.
Kathie S. Devon, UK.



